Kuhmist und Hühnerdarm – Frühling und „Landromantik“ – Eine typische Geschichte über uns Menschen heutzutage // Bist du auch so?

Kuhmist und Hühnerdarm
Frühling und „Landromantik“

 

„Es riecht nach Frühling“, sagte die alte Berta. „Nach Erde, Kuhmist und Hühnerdarm.“

„Ih!“ Der Fremde, der durchs Dorf spazierte, schüttelte sich. Was redete die Alte da? Diese Landleute aber auch! Es fehlte ihnen einfach der Sinn für Romantik.

„Es gibt angenehmere Düfte im Frühling, finden Sie nicht auch?“, fragte er.

„Ich weiß nicht, was Sie meinen!“, behauptete Berta. „Ich liebe diese Gerüche. Sie verkünden frisches Grün und Wachstum. Nun aber riecht es auf einmal auch nach Touristen, die unser frisches Grün zertrampeln.“
Mürrisch klang das. Der Fremde erschrak. Meinte sie etwa ihn? Er schnupperte wieder.

„Nach Touristen duftet der Frühling also für Sie, gute Frau? Das kränkt mich. Stellen Sie die armen Fremden, die an ihren freien Tagen ein bisschen Erholung vom Alltagsstress in der Natur suchen, auf eine Stufe mit … Fäkalien?“
Berta lachte auf. „Sie können sich aber vornehm ausdrücken. Fäkalien! Ha!“ Dann lenkte sie ein. „Sie persönlich meine ich ja gar nicht. Ich spreche von denen, die an den Wochenenden in Scharen hier auflaufen und überall ihren Müll hinterlassen. Die meine ich und von denen gibt es weiß Gott genügend.“

Der Fremde riss die Augen auf. „Müll? Ich sehe nirgendwo Abfälle. So sauber wie hier ist es bei uns in der Stadt selten. Deshalb auch liebe ich es so sehr, dieses ländliche Paradies zu besuchen.“

„Oha! Ein Paradies war es früher einmal. Kommen Sie wieder, wenn die Sonne die Menschen hierher lockt und das Schnellrestaurant dort drüben wieder belagert wird. Dann liegen hier überall Tüten, Dosen und Becher herum. Von den vielen Zigarettenstummeln und Hundehäufchen will ich gar nicht reden. Die landen dann sogar in meinem Vorgarten. Ja, so ist das nämlich hier.“

Berta drehte dem Mann den Rücken zu und bückte sich nach einen Papiertaschentuch, das jemand dorthin geworfen hatte.

Der Fremde schwieg. So war das also.

„Auch das Paradies hat seine Schatten“, murmelte er und machte sich auf den Heimweg. Er hatte es eilig nun, denn eine Frage hatte ihm die Frau nicht beantwortet:  ‚Hühnerdarm, las er dann später im Lexikon, ist ein kleinwüchsiges, süß und aromatisch duftendes Wildkraut im Frühling.‘

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

 

 

Es ist wunderbar, die Ausblicke, Gerüche und Naturschönheiten an freien Tagen genießen zu dürfen. Die Haare im Wind, über Wiesen und Waldwege laufen. Von wildwachsenden Blumen am Wegrand be- und verzaubern zu lassen. Oder dem Rauschen der Bäche. 

Was ist daran so schwer, seinen Müll wieder nachhause zu nehmen und die Stille leise sein zu lassen? Wer das nicht kann, sollte dann auch fair sein gegenüber der wehrlos stillschweigenden Natur und daheim in seinen eigenen vier Wänden bleiben. Unsere Natur ist kein Freiwild – Meschen zu sein, heißt auch Verantwortung zu tragen.

 

Unterwegs in Grandsberg / Schwarzach. Ein zauberhaft schönes Fleckchen im Bayerischen Wald.

 

 

 

Es ist gar nicht nötig

weit zu wandern

und zu suchen

wo es am Schönsten ist.

Nur die Augen 

nicht vergessen.

Nur diese Eingangstore

zur Seele weit öffnen,

dann zieht die 

Schönheit gern ein.

Denn sie ist überall

zu Hause

und sucht nach Seelen

die sie erkennen.

 

@ Hans Thoma

 

 

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Alexandra Walter

Geboren September 1974 in Straubing / Niederbayern, beruflich selbständig in der Werbebranche, geschieden, keine Kinder, Hundemama, Hobbyfotografin, Hobbyschreiberling, weltoffener Daueroptimist :-)

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