Dem Himmel so nah

Allerheiligen ist der Tag im Jahr, an dem wir an verstorbene Familienmitglieder, Freunde und Bekannte denken. Eigentlich mag ich so vorgegebene Tage nicht. Am Valentinstag müssen Blumen verschenkt werden, an Muttertag stehen die Mamas im Mittelpunkt, obwohl sie das ganze Jahr über 24 Stunden am Tag Höchstleistungen bringen. Vatertag hingegen ist Halli-Galli-Tag an dem sich die Väter und inzwischen auch alle noch-nicht-Väter selber feiern und mal aus dem Alltag einfach ausklinken. Verkehrte Welt. 

Trotzdem ist gerade der 1. November anders. Hier geht es nicht um Geschenke oder Parties. An diesem Tag werden auch viele Menschen daran erinnert, dass es mal an der Zeit ist, seine Hinterbliebenen zu besuchen. Egal ob in Gedanken oder mit einer Blume am Grab. Im Alltagsstress und der ständig beschleunigten Zeit gehen doch die ruhigen Momente oft unter. Das heißt natürlich nicht, dass man die Toten vergessen hat. Nur richtig Zeit nehmen und an Erlebnisse erinnern, vielleicht in alten Fotoalben blättern oder am Kaffeetisch über Anekdoten erzählen. Dafür brauchen wir inzwischen tatsächlich einen „Feiertag“ und geschenkte Zeit. Und das ist auch gut so. Gewohnheiten und Rituale sind in der hektischen Zeit, wie es sie heute einfach ist, nichts falsches und erinnern uns an Dinge, die manchmal dann zu kurz kommen. 

Mein Papa ist vor über zehn Jahren gestorben. Anfangs hab ich ihn sehr oft besucht. Mit der Zeit wurde es immer weniger und inzwischen ertappe ich mich selber dabei, dass ich die Feiertage als Anlass nehme ans Grab zu gehen. Ich liebe meinen Papa und denke sehr oft an ihn. Friedhöfe sind nicht die schönsten Orte, aber ab und an, gehört ein Besuch dort einfach dazu und ist der Ort, an dem unsere Verstorbenen ihre letzte Ruhestätte haben. An Weihnachten zum Beispiel haben meine Mama und ich es zur Gewohnheit gemacht, dass wir erst abends hingehen. Die vielen Leute sind weg und es ist absolute Ruhe und es herrscht eine ganz besondere Stimmung. Egal ob es nun einen Anlass gibt oder nicht, findet eure Momente, an denen ihr euch Zeit nehmt und liebe Menschen, die wichtig waren und wichtig bleiben, besucht. Das kann auch ein besonderer Ort sein, mit dem schöne Erinnerungen verbunden sind. Gerade dort springt der Funke besonders über und man meint förmlich zu spüren, wie Vergangenes wieder auflebt. Orte sind Fixpunkte. Sie helfen uns in uns zu gehen. Soviele tolle Menschen sind nicht mehr da oder werden irgendwann mal gehen. Das gehört zum Leben dazu. Der Tod trifft uns alle gleich. Er ist kein Tabu und letztendlich hat er nicht die Macht, liebe Menschen in Vergessenheit geraten zu lassen. 

 

Ein Tag, der unseren Verstorbenen gehört – Trauere kann auch ein Lächeln bedeuten!

 

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Alexandra Walter

Geboren September 1974 in Straubing / Niederbayern, beruflich selbständig in der Werbebranche, geschieden, keine Kinder, Hundemama, Hobbyfotografin, Hobbyschreiberling, weltoffener Daueroptimist :-)

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